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Bomber-Harris und das Minimalprogramm der sozialen Revolution in Deutschland

Rückfragen an Gerhard Hanloser (jungle World v. 23.6.99)

Joachim Bruhn

Es war eine wunderbare Idee der Bahamas-Redaktion in den ersten Wochen des Krieges, ins Kreuzberger ‘Pinox’ zum Umtrunk für den schönen Fall zu laden, daß ein Bundeswehr-Tornado über Belgrad abgeschossen würde. Es war keine besonders gute Idee, diese Einladung mit einem “Nasdravlje, Partizani i Cetnici!” zu verbinden. Allerdings offenbart der Trinkspruch auf eben jene Tschetniks, die Goldhagen ganz recht als rassistische Truppe eines “völkermörderischen Killers” [ 1 ] bezeichnet hat, keinesfalls, wie Gerhard Hanloser (jungle World 26) meint, ein “Desaster” und damit die “Kapitulation” der antideutschen Kritik. Denn diese und andere, zweifelsfrei aus polemischem Überschwang resultierenden Entgleisungen sind nicht psychoanalytisch zu interpretierende Fehlleistungen, die ein ‘Eigentliches’ aufdeckten oder aus einer “Aporie”, in die sich antideutsche Linke hoffnungslos verstrickt hätten, notwendigerweise folgen müßten. Es verhält sich vielmehr so, daß Kritische Theorie, als deren Sympathisanten Hanloser sich bekennt, ihren Gegenstand ganz unsachlich behandeln würde, behandelte sie ihn so nüchtern, ausgewogen und irgendwie altersweise abgeklärt wie er selbst das behandelt, was er die “imperialistische Normalität” der BRD nennt.

Denn die schlwafwandlerische Sicherheit, mit der einige Fraktionen der Linken alles und jedes aufs schnöde Interesse durchschauen sowie auf die “krisenhafte Situation der kapitalistischen Weltgesellschaft” herunter sich erklären, hat einerseits den taktischen Vorteil, alles zu wissen, anderseits den strategischen Nachteil, darüber hinaus weiter nichts zu wissen. Nachts weiß man immer ganz genau, wie grau die Katzen sind. Die Argumentation Hanlosers erinnert an die eines gewissen Wilhelm Pieck, der im Dezember 1939, der Hitler-Stalin-Pakt war gerade geschlossen, in der Zeitschrift “Die Kommunistische Internationale” zu der Frage “Um was geht es in diesem Krieg? erklärte: “Der Krieg zwischen England, Frankreich und Deutschland ist ein imperialistischer Krieg, der von den Kapitalmächten dieser Länder um die Neuaufteilung der Erde geführt wird, ein Krieg, der von den werktätigen Massen nicht unterstützt, sondern auf das schärfste bekämpft werden muß.” [ 2 ] Eine Erklärung gleichen Tenors, die der sowjetischen Außenministers Molotov Ende Oktober 1939 abgab – darin hieß es u.a.: “Man kann die Ideologie des Hitlerismus, wie auch jedes andere ideologische System, anerkennen oder ablehnen, das ist eine Sache der politischen Anschauungen ... Daher ist es nicht nur sinnlos, sondern auch verbrecherisch, einen Krieg wie den Krieg für die ‘Vernichtung des Hitlerismus’ zu führen, der drapiert wird mit der falschen Flagge eines Kampfes für die ‘Demokratie’...” [ 3 ] –, wurde von den Nazis als Flugblatt gedruckt und über den französischen Stellungen abgeworfen. Aber das nur nebenbei.

Denn Hanloser, der sich für “eine prinzipielle Staats- und Nationenkritik” ausspricht, die die Piecks und Molotows vors Tribunal gebracht hätten und deren Partei derart kosmopolitische Projekte wie die staaten- und klassenlose Weltgesellschaft in Spanien mit Genickschuß kritisierte, steht allemal nicht in dieser politischen Tradition. Seine Staatskritik ist jedoch, mit Verlaub, zu akademisch und viel zu weise, als das aus ihr die prinzipiell gebotenen Konsequenzen gezogen werden könnten. Es wäre so schön, wenn er recht hätte, d.h. wenn das Problem der sozialen Revolution wieder auf den Stand des 29. Januar 1933 zurückgedreht werden könnte. Aber sein Einwand gegen Tjark Kunstreich, “daß Auschwitz der letzte Grund für den US-amerikanischen Kriegseintritt” war, “daß die Allierten keinen einzigen Bomber aufgetankt haben, um die Gleisanlagen nach Auschwitz zu bombardieren”, daß der “US-Kriegseintritt mit dem Weltmarkt eine Menge zu tun hatte”, aber mit Antifaschismus überhaupt gar nichts, bedient einen in der Linken passablen Antiimperialismus, der einigermaßen deutsch darüber sich mokiert, daß die Amis auch nicht besser sind, daß – Pack schlägt sich, Pack verträgt sich – Roosevelt und Churchill im Prinzip keinen wirklich legitimen Grund hatten, das unconditional surrender zu fordern und durchzusetzen.

Gerhard Hanloser hat recht: Es stimmt, leider, daß die US-Army keine Bomben auf die Gleise nach Auschwitz geworfen hat. Aber er hat auf eine Art und Weise recht, die sein Argument schlecht werden läßt und es verdirbt: Denn im Krieg gegen den Nazifaschismus ereignete sich der unerhörte, historisch erste und bislang einzige Fall, in dem das ökonomische Interesse des Kapitals und das moralische Interesse der menschlichen Gattung zu hundert Prozent identisch waren. Der Nazifaschischmus war ein Verbrechen, nicht gegen die “Menschlichkeit,” sondern gegen die Menschheit. Genau das, diese Identität von Kapital- und Gattungsinteresse im Angesicht der vollendeten Barbarei, das ist es, was das allfällige Gerede von der “imperialistischen Normalität” verschwinden macht. Das ist es, was Matthias Küntzel mit der Frage, wie man es mit Bomber-Harris halte, dankenswerterweise auf den ‘diskursiven Höhepunkt’ zuspitzte. Und das war es auch, was Justus Wertmüller (jungle World 23) meinte, als er feststellte, daß der Antinationalismus zum “bloßen Bekenntnis” wird, wenn er sich seiner eigenen Konsequenz verweigert: der “antideutschen Kritik”.

Küntzels und Elsässers Insistieren auf “Bomber-Harris” brachte die Sache auf den Punkt. Denn was haben Harris’ Kritiker, und seien es auch Hanlosers “britische Genossen”, am Flächenbombardement eigentlich auszusetzen? Doch nicht etwa, die Bomben seien, wie die Kritik der Sorte Rabehl, als sie noch antistalinistisch sich aufspielte, an der Austreibung der Deutschen aus dem Osten moniert, “klassenunspezifisch” gewesen? Hanloser, dem nichts ferner liegt als eine wie auch immer linksmäßig verschwiemelte Wiedergutmachung der Nation, kokettiert doch mit der Position Martin Rheinländers, der glaubt, man dürfe das in “nationalistischen Wendungen ... politisch-ideologisch umgedrehte Bedürfnis nach sozialer Selbstbestimmung” nicht ignorieren (Die Aktion, 2/99) [ 4 ] und mit der Benjamin Kaminskis (jungle World 23), der auf Wertmüller nur zu replizieren wußte, daß “die Grenze nicht zwischen den Völkern, (...), sondern zwischen unten und oben verläuft.” Wie wahr!

Und wie falsch im Angesicht Deutschlands. Die “prinzipielle Staats- und Nationenkritik” ist ein überaus lobenswertes Unternehmen. Aber dann man darf sich auch nicht vor den Konsequenzen dieser Kritik fürchten. Die Konsequenz, der Hanloser gerne ausweichen möchte, ist eben die, daß der Nazifaschismus die Grenze zwischen unten und oben aufgehoben hat: In dem Dresden, das Harris bombardierte, gab es eine Klassen mehr, sondern die Volksgemeinschaft, damit eine grandiose Lüge, die die Nazis praktisch wahr gemacht hatten. Der Nazifaschismus war die Transformation einer wie immer konfliktuellen, tendenziell antagonistischen Klassengesellschaft in das geschlossene Mordkollektiv. Es ist diese Wahrheit, die Goldhagen aussprach (wenn auch auf eine falsche Weise, die dann wiederum Linke, die aus Identifikationssucht von Wissenschaftskritik nichts wissen wollen, grandios ins Schlingern brachte: siehe nur Küntzels Statement zu Goldhagens Artikel über Serbien in jungle World 20). Diese Barbarei war ein durch die weltweite Zusammenbruchskrise des Kapitals von 1929 gezeugtes genuines Produkt dieses Kapitals, aber ein Produkt von ganz besonderer Qualität: Zwar kapitalentsprungen, aber doch kapitalentronnen, und je länger das dauerte, um so mehr. Diese überaus negative Aufhebung der Klassengesellschaft war ein Projekt des deutschen Kapitals gewesen, seit dem Centralverein zur Hebung des Wohls der arbeitenden Klassen, seit Max Webers Gesellschaft für soziale Reform, seit Eduard Bernsteins Spzialdemokratie, seit Walther Rathenaus Idee einer “Entproletarisierung mit kapitalistischen Mitteln”. Als eine bürgerliche Politik war dies Projekt ideologisch, zum Scheitern verurteilt; erst Hitlers Programm der “Nationalisierung der Massen” verwirklichte es als die blanke Barbarei der “Deutschen Arbeitsfront”, als Barbarei nicht allein im moralischen oder metaphorischen Sinne, sondern als Begriff einer qualitativ neuen, im Aufstiegsplan der Menschheit von der Urgesellschaft zum Kommunismus absolut nicht vorhergesehene und absolut nicht vorhersehbaren Gesellschaftsform. Die Resultate dieser Barbarei sind zugleich der soziale Inhalt der postfaschistischen Staatsräson, die die BRD als ihre ganz besondere Krisenlösung gegen den Rest der Welt in Anschlag bringt, auch und gerade im Kosovo. Der Staat des Grundgesetzes bewahrt das Resultat der Barbarei – den sozialen Frieden der Volksgemeinschaft als das große Plus des Standorts -. als die um jeden Preis zu verteidigende historische wie logische Voraussetzung seiner selbst. Kritische Theorie hat, ausweislich Theodor W. Adornos “Reflexionen zur Klassentheorie” von 1942, stets darauf reflektiert, aber sie hat diese Reflektion nicht auch zur Kritik deutscher Staatlichkeit radikalisiert. Adorno war, wenn auch aus vernünftigen Gründen, so doch immer ein bißchen demokratieselig.

Mit deutschen Sonderwegen im Sinne Goldhagens hat das alles recht wenig zu tun. So wenig, daß der deutsche Sonderweg erst am 8. Mai 1945 beginnt. Denn der Nazifaschismus war nicht ‘bloß’ ein Repressionsunternehmen, sondern dazu ein politisches Produktionsverhältnis, das die Menschen, die Deutschland damals bevölkerten, definitiv erst zu Deutschen machte. Der Massenmord war das Gründungsverbrechen der Republiken von Bonn und von Berlin. Die Deutschen haben es, ganz kapitalistisch gestimmt und der Idee des Gleich um Gleich im gerechten Tausch verpflichtet, nie verstanden, daß das Geschichtsverbrechen, das sie begingen, nicht nach dem Prinzip des Auge um Auge gesühnt wurde. Man hat sie um die gerechte Strafe gebracht. Das erscheint ihnen zu recht unverzeihlich. Mir scheint, daß darin der psychodynamische Grund dafür liegt, warum die nationalisierte 68er-Linke den NATO-Krieg als praktizierten Antifaschismus zurechtlog: Wenn es denn wirklich an Joseph Fischers reduziertem Kapitalbegriff lag, dann war das Ergebnis dieses, daß man nie und nimmer begreifen kann, wie sich das Gleich um Gleich in der Konsequenz des Tausches an sich selbst in sein Gegenteil aufhebt, in die Barbarei.. Das ist es, was sie so dreist macht. Sie glauben ihre Lügen wirklich. Bevor Gerhard Hanloser von der “imperialistischen Normalität” schreiben konnte, in der aller Nazifaschismus grau ist, hatte es Joschka Fischer schon dutzendfach getan.

Es ist dieser scheinaufklärerische Reduktionismus aufs Interesse, der den Staat nur als den Überbau seiner Basis, nur als Ableitung und irgendwie halbseidene Angelegenheit betrachtet, der das typisch Deutsche glatt übersehen läßt. Der Staat aber führt sein eigenes Leben. Robert Kurz etwa hält es für “eine Ironie der Geschichte, daß sich die ‘deutsche Ideologie’ der völkischen Blutsnationalität zumindest teilweise durchaus für den gesamtwestlichen Ausgrenzungsimperialismus instrumentalisieren läßt...” (jungle World 19). Instrumentalisieren! Und das “zumindest”, “teilweise”, “durchaus” – die stammelnde Unsicherheit des Urteils läßt durchblicken, daß diese “Ironie” nicht lächeln macht. Es ist nämlich nicht die “Ironie der Geschichte” im allgemeinen, sondern der abgründige Zynismus der deutschen im ganz besonderen.

Der Begriff des Kapitals, der der “prinzipiellen Staats- und Nationenkritik” zugrundeliegt, ist nicht radikal genug. Die Möglichkeit, “Volksgemeinschaft” als anderes denn bloße Ideologie zu sehen, ist an der Wurzel abgeschnitten. Daß der deutsche Staat im Krieg gegen Serbien sein ganz besonderes Programm abarbeitet, seine spezifische pax germanica stiften will gegen die pax americana, ist auch von nüchternen Beobachtern, die nicht unbedingt Jürgen Elsässer heißen müssen, bemerkt worden. Der Geopolitiker Gregor Schöllgen etwa, Kumpan des Fischers, sagt: “Die stabilen Regionen der nördlichen Halbkugel, darunter die wohlhabende und in hohem Maße handlungsfähige Europäische Union mit ihrem deutschen Zentrum, sind aufgerufen, die Probleme der Dritten Welt als die ihren zu betrachten” (FAZ, 24.6.99). [ 5 ] Die pax americana führt im Kosovo auch einen Krieg gegen die spezifische Weise der deutschen Friedensstiftung, die darin sich ausspricht, das “deutsche Zentrum” als weltweit zuständig zu betrachten und den sog. “rheinischen Kapitalismus” zu exportieren.

“If you can’t beat them, join them”: So hat Jürgen Elsässer treffend die amerikanische Strategie definiert (konkret 5/1999). Daß die Zerschlagung Jugoslawiens, deren inneren Möglichkeit: den Bankrott des dritten Weges zum Staatskapitalismus, einmal außer acht gelassen, Inbegriff der Strategie einer einstweilen noch “kontinentalen Mittelmacht” mit allerdings “weltweiten Interessen” (General Naumann) ist, hatte vor fünf Jahren Alain Finkielkraut gewußt, als er den Westmächten den Willen zuschrieb, “Serbien als Bollwerk gegen die Errichtung eines deutschen Mitteleuropas einzusetzen” (FAZ, 28.7.1994). [ 6 ] Als das wegen Milosevics Eigensinn nicht recht gelingen wollte, wurde der Krieg gegen Ex-Jugoslawien geführt: als “Krieg gegen den Euro” [ 7 ], als der lautlose Krieg im Krieg. Wenn in fünfzig Jahren die Archive geöffnet werden, wenn sich dann ein neuer Fritz Fischer finden sollte, um den dritten deutschen “Griff nach der Weltmacht” im einzelnen zu beschreiben, wird man erfahren, wie das kam. Gut, das sind Zitate, keine Beweise, und es mag schon sein, daß es der Elsässer, wenn auch aus gutem Grund, immer ein bissel zu eilig hat. Um allerdings ein Urteil zu fällen, das sich nicht zwischen einem Zumindest, einem Teilweise und einem Durchaus in der Nacht der “imperialistischen Normalität” verliert – dazu reicht die Kenntnis der neueren deutschen Geschichte schon heute halbwegs hin.

Gerhard Hanloser sagt den Antideutschen ein schlimmes Ende voraus, denn die “Dichotomie westlich-aufgeklärte Gesellschaften hier, völkisch-barbarische dort” führte notwendig in eine Aporie, in die strukturelle Unfähigkeit nämlich, sich zu entscheiden. Was werden die Antideutschen tun, fragt er, “wenn ein vertragsbrüchiger, ‘antizivilisatorischer’ arabischer Despot, nur weil er IWF-Kredite nicht zurückzahlen will und kann, den Panarabismus durch eine Bedrohung Israels aktiviert und das Schröder- oder Schäuble-Deutschland gegen diesen Despoten an der Seite der NATO eingreift?”

Nun, die Antideutschen werden wahrscheinlich das tun, was sie meistens tun. Sie werden nämlich erkennen, daß das gar keine Aporie ist. Denn so wenig wie die Kritik der “imperialistischen Normalität” und die Wertschätzuung für Bomber-Harris’ sich ausschließen, so wenig werden die Antideutschen in einer Gesellschaft, die als eine durchaus kapitalistische die vollendete Entfremdung zwischen der Absicht und ihrem Ergebnis konstituiert, auf die blöde Idee kommen, Schröder-Deutschland für das Gute, das es dann täte, aber nicht wüßte, und, wenn es das denn wüßte, nicht begreifen könnte, über Gebühr zu loben. Die Antideutschen würden nämlich erstens wissen, daß Antisemitismus kein bloßer Vorwand ist und kein manipulatives Spektakel, um dem Finanzkapital eins auszuwischen; und zweitens würden sie wissen, daß es, wie Ulrike Meinhof vor dreißig Jahren schrieb (konkret 7/1967), auch allerhand “falsche Freunde Israels” gibt, die glauben, daß, “hätte man die Juden, statt sie zu vergasen, mit an den Ural genommen, der Zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre”.

Die Aporie, die Gerhard Hanloser konstruiert, löst sich überaus zwanglos auf, wenn man anerkennt, daß die Demokratie in Deutschland wenig mehr ist als die tatsächlich aussichtslose Selbstkritik des faschistischen Staates, d.h. eine gigantische Camouflage, die sich danach sehnt, die Tarnung abzuwerfen und endlich mit sich ins Reine zu kommen, identisch zu werden und ganzheitlich. Das allerdings wäre es wert, die Konsequenz einer prinzipiellen Kritik an der Nation und ihrer Staatlichkeit genannt zu werden. “Antinationale Kritik”, hatte Wertmüller geschrieben, “ ist entweder antideutsche Kritik oder Lüge.” Das heißt im Klartext, wenn es dessen noch bedürfte, daß die Sozialkritiker dem Bomber-Harris dafür dankbar zu sein haben, daß er die Minimalbedingungen der sozialen Revolution in Deutschland wiederhergestellt hat, gegen den Willen der Deutschen.

Ob er das wußte, ob er das wollte, ob er das, wie Hanlosers “britische Genossen” sagen werden, aufgrund seiner zutiefst reaktionären Klassenlage gar nicht wissen und wollen konnte – das kann dem Materialismus der Kritik, der, das möchte ich Gerhard Hanloser allzu gerne glauben, “unter Antideutschen en vogue” ist, herzlich schnuppe sein.

Erstveröffentlichung in jungle world, 7.Juli 1999

Anmerkungen

[ 1 ]Daniel J. Goldhagen, Eine ‘deutsche Lösung’ für den Balkan, in: Süddeutsche Zeitung v. 30.4.1999
[ 2 ]Dokumentiert in: Hermann Weber (Hg.), Der deutsche Kommunismus 1915-1945, Köln 1973, S. 357.
[ 3 ]Pierre Frank, Geschichte der Kommunistischen Internationale (1919-1943), Frankfurt 1981, S. 712.
[ 4 ]Martin Rheinländer, Krise, Klassenkampf und sozialer Krieg in Jugoslawien-Kosovo, in: Die Aktion H. 191/194 (Nr. 2/1999), S. 20-39, hier S. 33.
[ 5 ]Alain Finkielkraut, Warum der Westen versagt hat, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28. Juli 1994.
[ 6 ]Gregor Schöllgen, Die im Dunkel sieht man nicht. Kosovo, Korea, Kaschmir – aber welche Politik nimmt sich der Probleme der südlichen Halbkugel an?, in: Frankfurter Allgemeine v. 24.6.1999.
[ 7 ]Mario Candeias, Der Kosovo-Krieg in Zeiten einer drohenden Weltwirtschaftskrise, in: Das Argument Nr. 230 (H. 2/3 1999), S. 177-185, hier S. 180.


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