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Programm “Antideutsche Wertarbeit”

Vom ISF-Kongress “Antideutsche Wertarbeit” (29.-31.3.2002) ist eine CD-Rom erhältlich. Sie erhält sämtliche Veranstaltungen (siehe Programmübersicht) in voller Länge als MP3-Dateien, zusätzlich einige zum Abspielen und Bearbeiten der Dateien notwendige Programme.

Bestellmöglichkeit:

Per Brief, Anruf oder EMail

Programmübersicht

Freitag, 29. März

Theatersaal der Alten Universität, Bertoldstr. 17

19 Uhr Eröffnungsveranstaltung: Begriff des Kapitals

Die Implikationen der marxschen Kritik der politischen Ökonomie

Podiumsdiskussion mit:
Michael Heinrich, Nadja Rakowitz (angefragt) und Manfred Dahlmann

Moderation: Joachim Bruhn

Samstag, 30. März

Theatersaal der Alten Universität, Bertoldstr. 17

10 Uhr: Begriff des Subjekts

Marx, Freud, Adorno und der Wert des Ich
Uli Krug

13 Uhr: “Logik des Antisemitismus”

Die soziologische Reduktion des Wertbegriffs und ihre Folgen
Joachim Bruhn

16 Uhr: Begriff des Faschismus

Marx und die negative Aufhebung des Kapitals
Clemens Nachtmann

19 Uhr: Deutschland und das Kapital

Kann es einen Materialismus geben, der nicht antideutsch ist?
Streitgespräch zwischen Ulrich Enderwitz und Gerhard Scheit
Moderation: N.N.

Sonntag, 31. März

KTS, Basler Landstr. 103

11 Uhr: Begriff der Kritik (1)

Karl Marx und die gesellschaftliche Reflexion der Hegelschen Systemphilosophie
Iris Harnischmacher

14 Uhr: Begriff der Kritik (2)

Horkheimer, Adorno und die gesellschaftliche Reflexion der Marxschen Ökonomiekritik
Hans-Georg Backhaus

17 Uhr: Der Wert und die Ideale

(Un-)Moralische Perspektiven
Manfred Dahlmann

19.30 Uhr: Abschlußveranstaltung – Begriff des Kommunismus

Notwendigkeiten der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft nach dem 11. September
Podiumsdiskussion mit Horst Pankow, Stephan Grigat (angefragt) und Joachim Bruhn

22 Uhr: Party

 

Kommentiertes Programm

Eröffnungsveranstaltung: Begriff des Kapitals

Freitag, 29. März, 19 Uhr

Die Implikationen der marxschen Kritik der politischen Ökonomie

Podiumsdiskussion mit

Michael Heinrich, Nadja Rakowitz (angefragt) und Manfred Dahlmann.

Heinrich: Die Kritik der politischen Ökonomie löst nicht nur das wissenschaftliche Problem einer adäquaten Erklärung des Mehrwerts, sie besitzt auch eine unmittelbar politische Seite, indem sie eine moralische Kapitalismuskritik sowie sozialistische Auffassungen, die auf einen Sozialismus der kleinen Warenproduktion hinauslaufen, als in dem von der kapitalistischen Produktionsweise selbst hervorgebrachten Schein befangene Vorstellungen nachweist. Die Marxsche Kapitaltheorie steht daher in einer doppelten Frontstellung. Die “Apologeten” lösen die kapitalistische Produktion in die Harmonie der einfachen Zirkulation auf. Indem sie Kapital auf Ware und Geld, auf Kauf und Verkauf reduzieren, sehen sie Freiheit, Gleichheit und Eigentum gewährleistet, indem sie die kapitalistische Produktion mit der nicht-kapitalistischen Warenproduktion identifizieren. Ihnen gegenüber weist Marx nach, daß ihre Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Eigentum aufgrund eigener Arbeit bloßer Schein ist, da die von ihnen unterstellten gesellschaftlichen Verhältnisse nicht existieren und nie existiert haben. Damit intendiert Marx jedoch keine immanente Kritik der bürgerlichen Gesellschaft. Daß es Marx darum gegangen wäre, aufzuzeigen, daß der Kapitalismus seinen eigenen normativen Standards widerspreche, wurde u.a. von Habermas vertreten. Diesen Marx unterstellten Versuch einer immanenten Kritik unternimmt eher Proudhon. Gegen utopische Sozialisten wie Proudhon, die das aus der einfachen Zirkulation abgezogene Ideal gegen seine angebliche Verfälschung in der kapitalistischen Produktion geltend machen wollen, argumentiert Marx, die kapitalistische Produktion sei die durchgeführte Freiheit und Gleichheit der einfachen Zirkulation und nicht etwa deren Entartung, da die einfache Zirkulation mitsamt ihren Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Eigentum nur auf kapitalistischer Grundlage existiert. Die Utopisten betreiben daher, sagt Marx in den “Grundrissen”, “das überflüssige Geschäft..., den idealen Ausdruck, das verklärte und von der Wirklichkeit selbst aus sich geworfne reflectirte Lichtbild, selbst wieder verwirklichen zu wollen.”

Rakowitz: Die marxsche Wertformanalyse erweist sich als systematischer Weg, den Schein der einfachen Zirkulation zu durchbrechen. Als Kritik kann sie die Momente des ideologischen Scheins der bürgerlichen Gesellschaft transzendieren und zumindest die negativen Bedingungen der Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft aufzeigen. Deshalb ist die Kritik der einfachen Zirkulation und damit die Kritik der einfachen Warenproduktion und ihr notwendiges Übergehen in die Kritik des Kapitalverhältnisses zentral für das Verständnis der Kritik der politischen Ökonomie. Dies gilt nicht nur in methodischer, sondern vor allem in politischer Hinsicht. In den “Grundrissen” gibt Marx einen Ausblick auf den Fortgang der Darstellung der Widersprüche der politischen Ökonomie, der zu leisten wäre, um die kapitalistische Produktionsweise als Totalität begreifen zu können. Begreifen heißt hier Kritik der Theorien wie der Verhältnisse und hat Praxis als immanenten Zweck: “Durch sich selbst weist (die Warenwelt) ... über sich hinaus, auf die ökonomischen Verhältnisse, die als Produktionsverhältnisse gesetzt sind. Die innere Gliederung der Produktion bildet daher den zweiten Abschnitt, die Zusammenfassung im Staat den dritten, das internationale Verhältnis den vierten, der Weltmarkt den Abschluß, worin die Produktion als Totalität gesetzt ist und ebenso jedes ihrer Momente; worin aber zugleich alle Widersprüche zum Prozeß kommen. Der Weltmarkt bildet dann wieder ebenso die Voraussetzung des Ganzen und seinen Träger. Die Krisen sind dann das allgemeine Hinausweisen über die Voraussetzung und das Drängen zur Annahme einer neuen geschichtlichen Gestalt.”

Dahlmann: Daß es in der materialistischen Gesellschaftsanalyse keine vom Gegenstand abgelöste Methode geben kann, ist zur Binsenweisheit linker Theoriebildung geworden. Wenn jedoch eine weitere zentrale Differenz nicht reflektiert und aufgehoben wird – nämlich die Differenz zwischen Erkenntnissubjekt und Gegenstand –, ist mit dem Postulat der Übereinstimmung von Form und Inhalt nur wenig gewonnen. Kapital und Wert jedenfalls bleiben unbegriffen, das heißt sie werden, wie in der Linken üblich, ökonomistisch reduziert, wenn sie dem Subjekt, erst recht dem sich wissenschaftlicher Analyse befleißigenden, als Gegenstand erscheinen, dessen sich der Gedanke bemächtigen könne, oder gar, umgekehrt: als Gegenstand, der den Gedanken sich subsumiere. Vielmehr ist es dieses Subjekt, das in der Reflexion sich und den Gegenstand (negativ) erst konstituiert. Dementsprechend hängt die überindividuelle Geltung von Urteilen nicht davon ab, ob in ihnen Methode und Gegenstand übereinstimmen oder nicht, sondern Wahrheit ist grundsätzlich nur zu verbürgen, wenn eine das Subjekt transzendierende, allgemeine (und verallgemeinernde) Vermittlung postuliert wird, durch die hindurch erst alle Differenzen (Methode und Sache, Subjekt und Objekt) in eins gesetzt werden können. Oder anders: man sollte den Schritt von Kant zu Hegel nicht vorschnell vollziehen – denn das droht auf Kosten der Kritik zu gehen; auf Kosten einer Kritik, der allein sich auch die Negativität der totalen Vermitteltheit (als Kapital, als Wert) zu erschließen vermag.

Marx, Freud, Adorno und der Wert des Ich

Uli Krug

Die Psychoanalyse ist kein der Kritischen Theorie nach Belieben anzuheftendes oder abzulösendes Assecoir: “Für die soziale Realität ist in der Epoche der Konzentrationslager Kastration charakteristischer als Konkurrenz” (Adorno). Aus demselben Grund, aus dem Marx “psychologischen” Erwägungen gegenüber so kritisch war, daß sie nämlich objektivem Zwang einen falschen Schleier von Individualität verliehen, aus demselben Grund ist die unrevidierte Psychoanalyse eines Sinnes mit der Kritik der politischen Ökonomie: Als Kritik der seelischen Ökonomie. So wie die eine das kapitale Subjekt als “Charaktermaske” eines unsichtbaren Zwanges denunziert hatte – in der revolutionären Hoffnung, daß kritischer Begriff vom Subjekt und die kritisierte Subjektivität nicht unmittelbar identisch sind –, so legt die andere das Zwanghaft-Unbewußte am vorgeblich freien Willen des Individuums frei. So wie die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals den politischen Zwangscharakter kapitaler Subjektivität befestigt, so entspricht ihr die steigende Zusammensetzung des Subjekts in seinem Inneren: Äußerlich verliert das Rechtssubjekt die – schon immer limitierte – autonome Kontrolle über sein Schicksal und seine Entscheidungen, wird zum Teil der Gefolgschaft des autoritären Staates, innerlich verliert das Ich die – schon immer limitierte – Kontrolle über die unmittelbaren Zwänge des Es: Der Nationalsozialismus und die Epoche, die er begründete, können so als Infantilisierung der ehemals bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Rechtssubjekte beschrieben werden: Abhängig wie Kinder von unverstandener Außenwelt und beherrscht von einem sublimationsunfähigen Gefühlschaos, von Größenwahn, Angst und Sadismus. Der Zügellosigkeit der Feindkampagnen, wie der Willkür des Staates ist mit der Unterstellung eines kühl berechnenden bürgerlichen Subjekts nicht beizukommen. Überhaupt darf Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus, mit dem Antisemitismus, mit Deutschland und den Deutschen, nicht so tun, als ob die politisch-ökonomische Regression der Gesellschaft die Kategorien wie Interesse, Bewußtsein, etc. im Individuellen in Kraft belassen hätte. In der Rearchaisierung der Gesellschaft rearchaisiert auch das Subjekt. Wo Ich war, wird Es.

Logik des Antisemitismus: Die ökonomische Reduktion des Wertbegriffs und ihre Folgen

Joachim Bruhn

Die Überlebsel der radikalen Linken haben seit dem Golfkrieg von 1991 den Antisemitismus als Thema politischer Agitation wie akademischer Beschäftigung entdeckt: Das ist schick, zumindest Common Sense. Wer sich informieren will, was das deutsche Mordkollektiv den Juden wie und wo angetan hat, leidet nicht an einem Mangel einschlägiger Literatur. Wer sich allerdings aufklären möchte, warum es das getan hat, stößt bald darauf, daß außer Moishe Postones Aufsatz über die “Logik des Antisemitismus” nur wenig Substantielles vorhanden ist. Sein Essay bedeutete, vor über zwanzig Jahren, die längst fällige Revolutionierung der materialistischen Antisemitismustheorie. Aber eben nur: der Theorie. Weil Postones Bemühung im Theoretischen steckenblieb, konnte sich hinfort die linke Kritik des Antisemitismus bestens mit den verschiedensten Spielarten des Antizionismus, der Aversion und des Hasses gegen Israel vertragen. Ein Komplex bildete sich heraus, in dem die Erkenntnis mit ihrer Verdrängung kollaborierte. Denn Postone hatte nicht nur den philosophischen Status der Kritik der politischen Ökonomie als einer Kritik verfehlt, er hatte auch das politische Moment und die staatskritische Implikation dieser Kritik verkannt. Und so wußten die Linken nun ganz genau, was es mit dem Verhältnis von konkret und abstrakt auf sich hatte, warum die Nazis von der “Brechung der Zinsknechtschaft” halluzinierten, warum die Volksgemeinschaft eine verschwörerische Antirasse sich erfinden mußte. Warum jedoch die Nazis von Anfang an ihren Vernichtungswillen so antisemitisch wie antizionistisch programmierten, das blieb sowohl als historischer Tatbestand wie als materialistisches Thema unbekannt. Postones Reduktion des Antisemitismus auf ein binnengesellschaftliches und ökonomisches Phänomen erklärt sich zwanglos aus seiner ökonomischen Reduktion des Wertbegriffs selbst, einer Depotenzierung also des Erkenntnisanspruchs, den der Materialismus mit Marx und Adorno erhebt; einer Depotenzierung, die neuerdings als “fundamentale Wertkritik” selbst schulbildend geworden ist. Wert jedoch, so wird zu zeigen sein, ist, als Inbegriff negativer Vermittlung einer in sich selbst verkehrten Gesellschaft, allererst keine ökonomische Kategorie, sondern die Kategorie der Konstitution politischer wie ökonomischer Gegenständlichkeit. Die Logik, von der Postone spricht, erweist sich erst dann als hinreichend verstanden, wird sie als Moment der negativen Dialektik des Antisemitismus bestimmt.

Begriff des Faschismus: Marx und die negative Aufhebung des Kapitals

Clemens Nachtmann

Der nationalsozialistische Staat stiftet gesellschaftliche Einheit in Form der Zwangshomogenisierung der Bevölkerung zum Volk. Er organisiert die totale Dienstbarkeit des Einzelnen fürs gesellschaftlicher Ganze, die totale Unterordnung der Partikularinteressen unter die Staatsräson, indem er einerseits die bürgerliche Öffentlichkeit und ihre klassische Repräsentanz, das Parlament, zerschlägt; indem er andererseits die Organisationen der Arbeiterbewegung liquidiert und die gesellschaftliche Arbeit in unmittelbar staatlich gelenkten Massenorganisationen zusammenfaßt. Der nationalsozialistische Staat bewerkstelligt so die endgültige Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft; er kreiert den totalen Staatsbürger, der seine gesellschaftlichen Bestimmungen nur noch nebenher, als Anhängsel mitschleppt. Die “Volksgemeinschaft” ist daher alles andere als eine, wie der orthodoxe Marxismus es unterstellt, bloße Parole, die der “Verschleierung” der in gehabter Form weiterexistierenden Klassen diente. Im Nationalsozialismus konstituiert sich die Volksgemeinschaft real, und zwar in der einzig möglichen Form: ex negativo, als klassenübergreifendes Kollektiv der Verfolger, das sich tätlich, in massenmörderischer Aktion gegen diejenigen definiert, in denen der völkische Wahn die Inkarnation all dessen erblickt hatte, was der substantiellen Einheit der Nation im Wege stehe – die Juden. Die Massenvernichtung der Juden als kollektiv begangenes Verbrechen besiegelt derart den faschistischen Sozialpakt als die negative Aufhebung der Klassengesellschaft.

Deutschland und das Kapital: Kann es einen Materialismus geben, der nicht antideutsch ist?

Streitgespräch zwischen Ulrich Enderwitz und Gerhard Scheit

Enderwitz: Woher plötzlich der qualitative Unterschied zwischen liberalistisch operierendem und nationalsozialistisch organisiertem Kapital, zwischen oligarchischer Demokratie und Faschismus, zwischen Angelsachsen und Teutonen? Waren wir uns denn nicht immerhin darin einig, dass der volksdemokratische Faschismus eine logische oder jedenfalls krisen- beziehungsweise notstandslogische Konsequenz des repräsentativ-demokratischen Kapitalismus ist und der Nationalsozialismus insofern als eine durch die besonderen Umstände Deutschlands begünstigte frühe Ausbildung oder Vorform einer der kapitalistischen Entwicklung insgesamt eingeschriebenen Rezeptur gelten kann? Wobei Früh- oder Vorform gar nicht so sehr im historisch-exemplarischen als vielmehr bloß im systematisch-paradigmatischen Sinne verstanden werden soll, das heißt unter der Annahme, daß nur unter allgemeinen strukturellen Gesichtspunkten (Intervention des Staats, Zusammenschluß von Kapital und Arbeit, Schaffung eines die gemeinschaftliche Identität terroristisch festklopfenden Feindbilds), nicht aber unbedingt unter dem Aspekt seiner besonderen funktionellen Ausprägung (Führerkult, volksgemeinschaftliche Arbeitsfront, Antisemitismus) der deutsche Faschismus wegweisend gewesen ist. Es ist mit anderen Worten durchaus denkbar, daß zukünftige faschistische Entwicklungen ohne die charakterologischen Besonderheiten des deutschen Faschismus, wenn auch nicht ohne seine strukturellen Prinzipien auskommen werden. Die mordlüstern-schlagkräftige Volksgemeinschaft und der Antisemitismus sind nicht unbedingt konstitutive Bestandteil jedes Faschismus. Was nun? Entweder dieser deutsche Faschismus bleibt ein Sonderphänomen, seine “Implementation”, wie man neudeutsch zu sagen pflegt, ein Sonderweg der Deutschen; dann muß man sich, um ihn zu verhindern, auf die Seite des “normalen”, liberalistischen Kapitalismus als des herrschenden und den deutschen Sonderweg allein zu verbauen fähigen Allgemeinen schlagen. Oder dieser deutsche Faschismus ist – wie ja durch die These von der tendenziellen, wo nicht gar notwendigen Faschisierung des Kapitalismus nahgelegt wird – der maßgebende Wechsel auf das Schicksal des Kapitalismus ganz allgemein, der Vorgriff auf die Zukunft aller Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht; dann hat man in vexierbildlicher Wiederaufnahme der Rede vom deutschen Wesen, an dem die Welt genesen wird, und des darin kodifizierten Größenwahns Deutschland zur schlechthin schicksalsträchtigen Nation, zum “Meister der Krise” oder besser gesagt zum “Tier der Apokalypse” erklären. Diese Sicht aber von Deutschland als dem bahnbrechenden Vorreiter beziehungsweise wegweisenden Anführer beim leviathanischen Marsch in den apokalyptisch permanenten Notstand scheint mir bar jedes Realismus und historischen Sinns. Sie führt in Selbstbespiegelung und damit hinein in die Paradoxie des Antideutschtums, einer aus Provinzialismus und Projektion gemischten negativen Deutschtümelei.

Scheit: Die oberste Instanz der Gewalt ist der Staat. Seine Souveränität ist so allgemein wie das Kapitalverhältnis. Anders als bei dessen Fetischismus, der im Logisch-Abstrakten der Wertform steckt, erschließt sich Ideologie hier jedoch im Historisch-Konkreten – möglich allerdings nur durch die Kritik jener fetischistischen Form. Denn Souveränität wird letztlich durch die von vornherein gegebene Möglichkeit der Krise konstituiert. Die Kritik der Warenform ist zwar die Bedingung dafür, die Macht radikal in Frage zu stellen, die das Monopol auf die gewaltsame Durchsetzung dieser Form beansprucht – aber die Staatsmacht geht darum in der Warenform so wenig auf wie der Gebrauchswert im Tauschwert. Es geht also darum, die Logik des Kapitals und die Geschichte des Staats jederzeit als einen einzigen, unauflösbaren Zusammenhang zu begreifen – ohne sie entweder als Logisch-Abstraktes oder Historisch-Konkretes kommensurabel zu machen, ohne die Nichtidentität in der Identität verschwinden zu lassen. Der Wert ist immer und überall derselbe – mit sich selbst absolut identisch (Differenz ist allein quantitativ möglich); und er kann überhaupt nur als diese absolute Identität auf den Begriff gebracht werden. Der Staat entspricht zwar seinerseits solcher realen Abstraktion und ist insofern immer und überall der gleiche; untrennbar davon aber – also gerade in seiner Allgemeinheit – läßt er sich nur als ganz bestimmter begreifen, das heißt: im Zusammenhang, in dem er mit seinesgleichen steht und worin er sich unterscheidet. So ist es ein- und dasselbe Kapitalverhältnis, das überall in die Krise gerät, doch gerät es überall auf je verschiedene Weise in die Krise – und darüber entscheidet nicht zuletzt, welches Bewußtsein von Krise und Krisenbewältigung das Verhältnis zum Staat bestimmt und die Menschen zur Nation formiert. So wären nicht nur ganz allgemein die Warenbesitzer mit dem Staat in Beziehung zu bringen – unter dem Gesichtspunkt: Was ist eine Nation? –, sondern genau in diesem Punkt die Staaten zueinander ins Verhältnis zu setzen – also: Was ist deutsch?

Begriff der Kritik (1): Karl Marx und die gesellschaftliche Reflexion der Hegelschen Systemphilosophie

Iris Harnischmacher

Die Transformation des Hegelschen Begriffs in materialistische Kritik läßt die destruktiven Züge des Denkens deutlicher hervortreten, die der “Wissenschaft der Logik” zufolge die reflexive Tätigkeit des Verstandes charakterisieren. Als die negative Kraft des Denkens werden sie zu konstruktiven Momenten der positiven Wahrheit neutralisiert, dergestalt, daß, was sie destruieren, zur neuen Einheit zusammengefügt, in die neue entstehende Unmittelbarkeit überführt wird. Die materialistische Kritik formt ein Denken, das aller proklamierten Negativität zum Trotz vor seiner eigenen zerstörerischen Macht geschützt zu sein glaubt, in ein selbstkritisches Denken um, das eingesteht, von der Wirklichkeit abzuhängen, ohne sich ihr vollständig zu unterwerfen. Es glaubt, von der Kritik ausgenommen zu sein, weil es sich in ein substantielles, durch die Sache hindurch sich realisierendes, sich vampirisch von ihr nährendes, sie ersetzendes Denken verwandelt hat: in Geist. Die Kritik zielt nicht darauf, das geistige Prinzip durch ein materielles zu ersetzen. Die Transformation des Idealismus, die erfordert ist, weil er die gebrechliche Einrichtung der Welt ignoriert, setzt voraus, ihn dialektisch zu entfalten. Marx hält am objektiven Impuls der idealistischen Philosophie fest. Er zeigt zugleich, daß in ihrem Rahmen der Anspruch, die Wirklichkeit zu greifen und das Denken zur Objektivität zu führen, nicht erfüllt ist. Die Weise, in der er mit dem Idealismus bricht, ist durch dessen eigene methodische Einsichten vorgegeben. Nicht subjektives Dafürhalten, der am Gegenstand sich bildende Begriff begründet die materialistische Kritik. Der Integrität und inneren Wahrheit des Gegenstandes entspräche es, seine aktuelle Form zu zerstören, in der zu verharren er nicht zuletzt durch eine affirmative Philosophie gezwungen ist. Die Kritik unterscheidet sich darin vom logischen Begriff, daß sie zu einem destruktiv-transitorischen Wahrheitsbegriff gelangt. Nicht die adäquate Darstellung der Realität ist ihr Ziel, sondern die tätige Veränderung. Die Kritik ruht nicht in sich, denn der Impuls zur Veränderung geht von der Praxis aus. Ob er vorhanden ist, mag eine theoretische Frage sein; ihn hervorzubringen ist nicht die Aufgabe der Theorie. Zwar strebt die Kritik wie der absolute Idealismus die Versöhnung an, doch zeigt sie, daß, wer dieses Ziel erreichen will, die falsche Form der Welt ebenso wie die falschen Formen des Bewußtseins, die ihr korrespondieren, zerstören muß.

Begriff der Kritik (2): Horkheimer, Adorno und die gesellschaftliche Reflexion der Marxschen Ökonomiekritik

Hans-Georg Backhaus

Die traditionell einseitige Rezeption des marxschen “Kapital” in seiner Eigenschaft als einer “Kritik der politischen Ökonomie” führt darauf, daß die Neutralisierung oder gar Eliminierung des Marxschen Kritik-Programms ein konstitutionelles Markmal des traditionellen Marxismus ausmacht, und zwar in allen seinen Spielarten. Dagegen begründet Max Horkheimers Aufsatz “Traditionelle und kritische Theorie” eine neue Perspektive, indem das die Differenz der beiden Theorietypen kennzeichnende Attribut “kritisch” ausdrücklich auf die “dialektische Kritik der politischen Ökonomie” bezogen wird, also auf Marxens Analyse im Sinne einer “dialektischen Kritik”. Dabei geht es einmal um jene spezifische Auslegung der “Kritik” und ebenso ihres Objekts, wie sie Theodor W. Adorno in seinen 1942 verfaßten “Reflexionen zur Klassentheorie” knapp und präzise formuliert hat: daß Marxens “Kritik der politischen Ökonomie die des Kapitalismus” bedeutet, also die der “politischen Ökonomie” primär nicht als einer ökonomischen Theorie, sondern als eines realen ökonomischen Gesamtsystems – eines “Systems der Entmenschlichung”, wobei Adorno die “Unmenschlichkeit so definiert, “daß die Menschen zu Objekten geworden sind”. Einer so verstandenen “Kritik der politischen Ökonomie” geht es nicht allein um die Kritik apologetischer Wirtschaftstheorien, sondern um eine weit radikalere und umfassender Kritik, die in eine Begründung der Klassentheorie als Basis des Historischen Materialismus einmündet, somit in eine “Kritik der ganzen Geschichte” als einer zu kritisierenden “Geschichte der Herrschaft”. Herbert Marcuse hat die Konsequenz dieses kritischen Erkenntnisbegriffs am provokantesten formuliert: “Die Wahrheit der materialistischen These soll sich in ihrer Negation erfüllen.” Und im gleichen Sinne schrieb Adorno 1969 in seiner “Negativen Dialektik”: “Fluchtpunkt des historischen Materialismus wäre seine eigene Aufhebung. ... Eine befreite Menschheit wäre nicht länger Totalität, eine wahre Gesellschaft erst wäre frei von Widerspruch und Widerspruchslosigkeit gleichermaßen.” Und trotzdem wird bis heute der werttheoretische Hintergrund jenes Grundmotivs der Frankfurter “Kritik” ignoriert, daß das “Ganze” der kapitalistischen Gesellschaft ein “Unwahres” ist, “eine falsche Identität von Subjekt und Objekt”.

Der Wert und die Ideale: (Un-)Moralische Perspektiven

Manfred Dahlmann

Der sogenannte Materialismusstreit beherrschte die philosophischen Debatten der Linken in den siebziger Jahren. Von den sich als Materialisten bezeichnenden kritisiert wurde ein 'Idealismus', dem die Idiotie unterstellt wurde, er betrachte die Gegenständlichkeit der Natur als bloßes Gedankengebilde. Gar nicht ging es ihnen um das naheliegendste: die Kritik der Ideale im profanen, umgangssprachlichen Sinne. Der Grund dafür ist einfach – waren sie es doch, die damaligen 'Materialisten' also, die die Ideale der bürgerlichen Gesellschaft in ihrer reinsten Form (Freiheit, Gleichheit, Solidarität) zu verwirklichen vorgaben, und legitimierten sie doch auf genau dieser (nicht anders als idealistisch zu nennenden) Grundlage ihre Politik. Alles also wie gehabt: die Linke als die wahren Bürger und somit als Ärzte am Krankenbett einer Welt, die den Glauben an ihre eigenen Ideen längst verloren hatte. Die bürgerliche Rechte redet denn auch seit langem schon, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, von kaum etwas anderem als vom Verfall der kulturellen Werte (der ihnen dabei gern als Konsequenz des 'Materialismus' gilt) und sieht in ihm die Ursache alles Bösen. Unter Linken und Rechten herrscht ungeachtet aller Animositäten bis auf den heutigen Tage somit der Glaube, wie in der Antike seien es die individuellen Tugenden, und somit das wohlgefällige, am Guten, Wahren, Schönen ausgerichtete Leben eines jeden, die letztlich darüber entschieden, wie es um die Qualität des gesellschaftlichen Ganzen bestellt sei. Wer wollte denn auch bestreiten, daß die Moral in seinem Alltag eine herausragende Rolle spielt (keiner behauptet schließlich von sich, er gefalle sich darin, seinen Freunden und Bekannten als Bösewicht gegenüber zu treten), und was liegt näher, als ins gesellschaftliche Allgemeine unmittelbar zu projizieren, was aus dieser Erfahrung – der, daß man selbst zweifellos nie etwas Böses im Schilde führen könne – unmittelbar folgt: daß es sich bei den anderen um Menschen mit schlechtem Charakter handeln muß, wenn es gesellschaftlich mal nicht so läuft wie man selbst es gerne hätte. Gegen die unvollkommene Verwirklichung der Werte als auch gegen den Werteverfall wird allseits die gleiche Medizin aus dem Arsenal erfolgsorientierten Managements verschrieben: konsequentes, zielgenaues Handeln. Selbst wem es um die Umwertung aller Werte (Nietzsche/Heidegger/Foucault) geht, oder auch, etwas bescheidener, nur um die Wertfreiheit der Wissenschaften (die so zur Verwirklichung allgemein anerkannter, pluralistischer Werte instrumentalisiert werden sollen), der redet immer von den anderen als denjenigen, die die falschen Ideale (oder die richtigen Ideale mit falschen Mitteln) verwirklichen würden, aber nie darüber, worum es jedem Gerede um Moral, Normen, Macht, Zwecksetzungen oder was für einer Praxis und Idealität auch immer in Wirklichkeit einzig geht: die Verwertung des Werts als die im empirischen Subjekt sich konstituierende und in Geld und Kapital inkarnierende gesellschaftliche Synthesis.

Abschlußveranstaltung: Begriff des Kommunismus – Notwendigkeiten der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft nach dem 11. September

Podiumsdiskussion mit Horst Pankow, Stephan Grigat (angefragt) und Joachim Bruhn

Grigat: Was heute ansteht, ist eine Radikalisierung der Kritik der Politik vor dem Hintergrund der Neurezeption der Marxschen Fetischkritik. Die Kritik an der begeisterten Bezugnahme auf jede auch nur irgendwie widerständige Regung der wert- und staatsfetischistischen Subjekte und an der diesen Regungen im Postnationalsozialismus fast zwangsläufig innewohnenden Affirmation der Volksgemeinschaft muß dabei in Zukunft ins Zentrum gerückt werden. In dieser Kritik wird Politik einerseits als bewußte Herrschaft und andererseits als objektiver, den Trägern von Politik unbewußter historischer und aktuelle Durchsetzungsmodus der Wertvergesellschaftung begriffen. Auch die Politik der traditionellen Arbeiterbewegung wie der Neuen sozialen Bewegungen hat daran teil. Allein die Tatsache, daß alle anfänglich emanzipatorischen Bewegungen im Staat gelandet sind, rechtfertigt es, jede Politik als staatsfixiert zu begreifen. Der Kritik der Politik geht es daher nicht um die Wiederbelebung des Politischen oder um die Rettung der Politik, sondern um ihre Abschaffung.

Pankow: Spätestens mit Auschwitz wurde der Zionismus als jüdisches Selbstbewußtsein, das sich auch materiell – d. h. gewaltsam – zu behaupten weiß, für die Juden zur Überlebensnotwendigkeit. Schließlich hatten die Deutschen unter Beweis gestellt, wozu der Antisemitismus in seiner Konsequenz fähig ist. Wenn ein auf solche Weise gewaltsam zur “Nation” befördertes Kollektiv sich einen Staat schafft, ist dies in einer Welt, deren Normalzustand die gewaltförmige Organisation in Staaten ist, nicht nur nicht verwunderlich, es ist erforderlich. Die Gründung Israels war insofern nur konsequent. Israel ist für alle Juden eine Bedingung relativer Sicherheit, solange es Antisemitismus gibt. Gerade antinationale und antideutsche Linke haben daher das scheinbare Paradox zu akzeptieren, daß es ihre Aufgabe ist, die Existenz des Staates Israel und seiner nationalen Interessen bedingungslos zu verteidigen.

Bruhn: “Ihr wißt, der Kommunismus ist ein System, nach welchem die Erde das Gemeingut aller Menschen sein, nach welchem jeder nach seinen Fähigkeiten arbeiten, ‘produzieren‘, und jeder nach seinen Kräften genießen, ‘konsumieren‘ soll; die Kommunisten wollen also die ganze alte gesellschaftliche Organisation einreißen und eine völlig neue an ihre Stelle setzen. (...) Denn daß aber an der alten, gänzlich verfaulten Gesellschaftsordnung zu flicken und zu übertünchen Zeitverschwendung ist, wird jeder vernünftige Mensch leicht erkennen. Es ist daher nötig, daß wir fest an dem Wort Kommunismus halten und es kühn auf unsre Fahnen aufpflanzen und dann die Streiter zählen, die sich unter derselben versammeln”, so heißt es in der “Ansprache der Volkshalle des Bundes der Gerechten” an den Bund aus dem Februar 1847; und wenig später gab man bei Marx das “Kommunistische Manifest” in Auftrag. An der Wahrheit dieser Sätze hat der 11. September einerseits gar nichts geändert, andererseits aber so viel, daß Vernunft und Wirklichkeit ein weiteres Stück auseinandergetreten sind, so weit, daß, wenn die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” die antiimperialistischen Bekenntnisse von Arundhati Roy druckt, die Linke das stantepede im autonomen Vereinsblättchen raubdruckt. Das kommt davon: Deutsche Bourgeoisie und deutsche Linke sind eine Volksfront geworden: So viel, als Fußnote, zum Begriff des Kommunismus.

Referentinnen und Referenten

Hans-Georg Backhaus (Frankfurt) ist Mitglied der Marx-Gesellschaft und schreibt u.a. für die “Beiträge zur Marx-Engels-Forschung” (Argument). Letzte Veröffentlichungen u.a. “Dialektik der Wertform. Untersuchungen zur marxschen Ökonomiekritik” (ça ira 1997) sowie “Über den Doppelsinn der Begriffe ‘politiche Ökonomie’ und ‘Kritik’ bei Marx und in der Frankfurter Schule, in: Stefan Dornuf/Reinhard Pitsch (Hg.), Wolfgang Harich zum Gedächtnis, München: Verlag Müller und Nerding 1999.

Joachim Bruhn (Freiburg) ist Mitglied der Initiative Sozialistisches Forum. Veröffentlichungen u.a. “Was deutsch ist. Zur kritischen Theorie der Nation” (ça ira), “Karl Marx und der Materialismus” (“Bahamas °33, Herbst 2000) sowie, gemeinsam mit Gabriela Walterspiel, Übersetzer und Herausgeber von Emile Marenssin, “Stadtguerilla und soziale Revolution” (ça ira 1998).

Manfred Dahlmann ist Mitglied der Initiative Sozialistisches Forum in Freiburg. Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften zur materialistischen Kritik der Erkenntnis, über Warenform und Denkform und insbesondere zur Philosophie Alfred Sohn-Rethels. Mitherausgeber von “ Kritik der Politik. Johannes Agnoli zum 75. Geburtstag”, Freiburg: ça ira 2000.

Ulrich Enderwitz (Berlin) ist Autor zahlreicher Pamphlete, Traktate und Studien, u.a. “Die Sexualisierung der Geschlechter. Eine Übung in negativer Anthropologie” (ça ira 1999) und “Antisemitismus und Volksstaat. Zur Pathologie kapitalistischer Krisenbewältigung” (ça ira 1998). Der letzte Band aus der Studie “Reichtum und Religion” ist soeben erschienen.

Stefan Grigat lebt in Wien, war Autor und Redakteur der Zeitschrift “Streifzüge” und schreibt u.a. für “jungle World” und “context XXI”. Seine letzte Veröffentlichung - “Die Gesellschaft als Ware. Zur marxschen Wert- und Fetischkritik” - erschien in der Februar-Ausgabe der “trend-onlinezeitung”. Er ist Herausgeber des Bandes Transformation des Postfaschismus. Der deutsche Weg zum demokratischen Faschismus; bei ça ira.

Iris Harnischmacher (Frankfurt) ist Lehrbeauftragte für Philosophie, Autorin der von Ilse Bindseil und Monika Noll herausgegebenen Reihe Frauen bei ça ira sowie Verfasserin des Buches “Der metaphysische Gehalt der Hegelschen Logik”, Stuttgart: Frommann-Holzboog 2001.

Michael Heinrich (Berlin) ist Redakteur der “Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft” sowie Autor von “Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition”, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2000.

Uli Krug (Berlin) ist Redakteur der Zeitschrift “Bahamas” und arbeitet zur materialistischen Sozialpsychologie. Veröffentlichungen u.a. “Die Macht des Sexuellen” in “Bahamas” °34 (Frühjahr 2000), “Postfaschismus und Nationalsozialismus: Horkheimers Aktualität” in “Bahamas” °37 (Winter 2002), Co-Autor des von Stephan Grigat edierten Bandes Transformation des Postfaschismus. Der deutsche Weg zum demokratischen Faschismus (ça ira).

Clemens Nachtmann ist Redakteur der Zeitschrift “Bahamas” in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen über Faschismus und Postfaschismus u.a. als Co-Autor des Bandes Transformation des Postfaschismus, als Mitherausgeber der Festschriften für Johannes Agnoli, nicht zuletzt Herausgeber von Willy Huhn, Der Etatismus der Sozialdemokratie.

Horst Pankow lebt in Berlin, schreibt u.a. für “konkret” und ist Redakteur der Zeitschrift “Bahamas”. In deren letzter Ausgabe (°37, Winter 2002) hat er, gemeinsam mit Tjark Kunstreich, über “Vernichtung als Selbstzweck. Über einige Gemeinsamkeiten von nationalsozialistischem und islamistische Judenhaß” geschrieben.

Nadja Rakowitz lebt in Frankfurt, arbeitet in der Redaktion von “Express. Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit” und ist Mitglied der Marx-Gesellschaft e.V. Zuletzt hat sie das Buch “Einfache Warenproduktion. Ideal und Ideologie, Freiburg, ça ira 2000, veröffentlicht.

Gerhard Scheit engagierte sich im Café critique in Wien und schreibt u.a. für “konkret” und “jungle World”.

Veröffentlichungen bei ça ira u.a. Verborgener Staat, lebendiges Geld. Zur Dramaturgie des Antisemitismus” (1999) und Die Meister der Krise. Über den Zusammenhang von Vernichtung und Volkswohlstand (2001). Zuletzt erschien Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt.

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