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Willy Huhn

Der Etatismus der Sozialdemokratie

Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus

2003, 224 Seiten, 18 €, ISBN 3-924627-05-3

Der Essay von Willy Huhn gehört zu den Klassikern einer linken, nicht parteikommunistischen Kritik der offiziellen, sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Huhn stellt ideologiekritisch dar, wie es zur Staatsfixierung und am Ende zur Verstaatlichung der SPD kommen konnte. Er untersucht die Staatsphilosophie Ferdinand Lassalles, des Begründers der Sozialdemokratie, stellt dar, inwieweit Karl Kautsky die Marxsche Staatskritik im Streit um die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien mißverstand, und greift die These holländischer Rätekommunisten auf, die die Sozialdemokratie als prinzipiell obrigkeitshörige und staatssozialistische Partei begriffen. Damit bewegt sich Huhn an den Wurzeln der heutigen Sozialdemokratie der “Volks-Partei” des Godesberger Programms und zeigt auf, daß sich alle über die Möglichkeiten der SPD, Real- und Reformpolitik treiben zu können, gründlich irren – auch in der Berliner Republik.

Mit einem Vorwort von Clemens Nachtmann und einem biographischen Exkurs von Christian Riechers

Der Autor: Willy Huhn gehörte in der Weimarer Republik zu den Rätekommunisten der “Roten Kämpfer”, eine der aktivsten Organisationen im Widerstand gegen Hitler. Nach 1945 lehrte er an der Berliner Volkshochschule und war Redakteur der Zeitschrift “pro und contra”, die er bis zum Bruch mit dem Trotzkismus gemeinsam mit Ernest Mandel herausgab. Ausschluß aus der SPD 1953, u.a. wegen des öffentlich geführten Nachweises, “daß die sozialdemokratische Regierung Ebert, Scheidemann, Noske bewußt auf die Abschlachtung der revolutionären Arbeiter hingearbeitet hätte.” Die Herausgeber: Clemens Nachtmann (Berlin) ist Redakteur der Zeitschrift “Bahamas”, Christian Riechers war Professor für Politikwissenschaft in Hannover.

Inhaltsverzeichnis und Leseproben

CLEMENS NACHTMANN
Die deutsche Sozialdemokratie als Partei des “Nationalsozialismus”.
Willy Huhns Überlegungen zum totalen Staat

WILLY HUHN
Etatismus – “Kriegssozialismus” – “Nationalsozialismus” in der Literatur der deutschen Sozialdemokratie
- Die Lassalle-Legende
- Der Streit um den Staatssozialismus
- Vom Sozialistengesetz zum Kriegssozialismus
- Die Ideen von 1914 und die Folgen
- Anmerkungen

WILLY HUHN
Bilanz nach zehn Jahren (1929–1939)
A. Die Periode der geistigen Rezeptivität (1929–1932)
B. Die Periode der theoretischen Produktivität (1932–1939)
1. Historische Kritik der Sozialdemokratie
2. Historische Kritik des Staatssozialismus
3. Historische Kritik der Kriegswirtschaft
4. Historische Kritik des Bolschewismus
5. Kritik des Faschismus
6. Die historische Notwendigkeit des Nationalsozialismus
7. Die Kriegswirtschaft als ökonomisches Problem
8. Historische Kritik des Naturalismus

WILLY HUHN
Karl Marx gegen den Stalinismus
Was Marx und Engels unter “Kommunismus” verstanden

CHRISTIAN RIECHERS
Willy Huhn (1909 - 1970)
Eine biographische Notiz

JOACHIM BRUHN
Avantgarde und Ideologie
Nachbemerkung zum Rätekommunismus

Anhang

RALF WALTER
Willy Huhn: Eine bibliographische Information

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Leseprobe:

Die Ideen von 1914 und die Folgen

Karl Marx gegen den Stalinismus

Beitrag von J. Bruhn, Avantgarde und Ideologie


Rezensionen:

Stephan Grigat (Context XXI)

Fabian Kettner (Bochumer Studentenzeitung)

Kolja Wagner (www.kalaschnikow.net)

Gerhard Hanloser (Wildcat)

FS (Zeitschrift für Politikwissenschaft N° 2 / 2004)

Johannes Knauss (Conne Island NewsFlyer N° 191)

Archiv für die Geschichte ... (N° 18, 2008)